Steuern auf Kapitalerträge – was Sparer wissen müssen

Kapitalertragsteuer, Freistellungsauftrag & Co. – verständlich erklärt

Wer Zinsen auf Festgeld oder Tagesgeld erhält, muss Steuern zahlen – aber oft weniger als gedacht. Hier erfahren Sie alles Wichtige.

Was ist die Abgeltungsteuer?

Zinserträge aus Festgeld, Tagesgeld oder anderen Kapitalanlagen unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer. Der Steuersatz beträgt pauschal 25 % auf alle Kapitalerträge – zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Das bedeutet: Wer beispielsweise 400 € Zinsen im Jahr erhält, zahlt darauf rund 100 € Steuern. Die Bank führt diese Steuer automatisch ans Finanzamt ab – Sie müssen in der Regel nichts weiter tun.

Wichtig: Die Abgeltungsteuer gilt nur für Erträge, die den persönlichen Sparerpauschbetrag übersteigen.

Der Sparerpauschbetrag – Ihr steuerlicher Freibetrag

Jede Person in Deutschland hat Anspruch auf einen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr – bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren sind es 2.000 €. Bis zu dieser Grenze bleiben Kapitalerträge vollständig steuerfrei.

Das bedeutet: Wer bei einem Zinssatz von 3,95 % p. a. bis zu etwa 25.300 € anlegt, zahlt auf die Erträge keine Steuern – vorausgesetzt, es liegen keine weiteren Kapitalerträge vor.

Um diesen Freibetrag zu nutzen, müssen Sie einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank einrichten – sonst zieht die Bank automatisch Steuern ab.

Freistellungsauftrag – so richten Sie ihn ein

Ein Freistellungsauftrag ist eine Anweisung an Ihre Bank, Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags nicht zu besteuern. Er ist kostenlos, unkompliziert und lohnt sich für jeden Sparer.

So gehen Sie vor: Teilen Sie Ihren Sparerpauschbetrag auf alle Banken auf, bei denen Sie Erträge erzielen. Die Summe aller erteilten Freistellungsaufträge darf 1.000 € (bzw. 2.000 € bei Ehepaaren) nicht übersteigen.

Haben Sie keinen Freistellungsauftrag erteilt, zieht die Bank die Abgeltungsteuer automatisch ab – Sie können sich diese zwar über die Steuererklärung zurückholen, aber das kostet unnötig Zeit.

Festgeld bei ausländischen Banken – was gilt steuerlich?

Viele attraktive Festgeldangebote stammen von Banken aus EU-Ländern wie Ungarn, Tschechien oder Spanien. Steuerlich ändert sich für deutsche Anleger dabei grundsätzlich nichts – die Abgeltungsteuer gilt auch für Erträge aus dem Ausland.

Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied: Ausländische Banken führen die Steuer oft nicht automatisch ans deutsche Finanzamt ab. In diesem Fall müssen Sie die Erträge selbst in der Einkommensteuererklärung angeben – in der Anlage KAP.

Prüfen Sie außerdem, ob im Herkunftsland eine Quellensteuer erhoben wird. In manchen Ländern wird diese direkt einbehalten – kann aber in Deutschland angerechnet werden.

Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag

Zusätzlich zur Abgeltungsteuer von 25 % können weitere Abgaben anfallen:

Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 % der Abgeltungsteuer – also rund 1,375 % auf die Kapitalerträge. Seit 2021 zahlen ihn nur noch Personen mit höherem Einkommen.

Kirchenmitglieder zahlen zusätzlich Kirchensteuer auf Kapitalerträge – je nach Bundesland 8 % oder 9 % der Abgeltungsteuer. Banken können diese automatisch abführen, wenn Sie der Kirchensteuerabzugsmethode zugestimmt haben.

Insgesamt ergibt sich damit ein effektiver Steuersatz von bis zu rund 27,99 % auf Kapitalerträge – je nach persönlicher Situation.

Günstigerprüfung – lohnt sich die Steuererklärung?

Wer einen persönlichen Steuersatz unter 25 % hat – zum Beispiel Rentner, Geringverdiener oder Studenten – kann von der sogenannten Günstigerprüfung profitieren.

Dabei prüft das Finanzamt, ob es günstiger ist, die Kapitalerträge mit dem persönlichen Einkommensteuersatz statt mit der pauschalen Abgeltungsteuer zu versteuern. Ist der persönliche Steuersatz niedriger, wird die Differenz erstattet.

Beantragen können Sie die Günstigerprüfung ganz einfach über die Anlage KAP in Ihrer Einkommensteuererklärung.

Rechtlicher Hinweis:
Alle steuerlichen Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und wurden sorgfältig recherchiert. Sie ersetzen keine individuelle steuerliche Beratung. Für Ihre persönliche Steuersituation empfehlen wir die Beratung durch einen zugelassenen Steuerberater.

Tagesgeld ist eine flexible und konservative Anlageform, die sich durch hohe Sicherheit auszeichnet. Das angelegte Kapital ist ebenfalls durch gesetzliche Einlagensicherungsmechanismen bis zu einem bestimmten Betrag, meist 100.000 Euro pro Anleger und Bank in der EU, geschützt. Bei Tagesgeld können Anleger ihre Einlagen jederzeit ohne Verlust von Zinsen abheben, was eine hohe Liquidität bietet. Dennoch variieren die Zinssätze je nach Marktentwicklung, sodass die Rendite weniger planbar ist als bei Festgeldanlagen. Achten Sie also auf eine Zinsgarantie.
Festgeld ist eine konservative Anlageform, die sich durch ihre Sicherheit auszeichnet. Das angelegte Kapital ist in der Regel durch gesetzliche Einlagensicherungsmechanismen bis zu einem bestimmten Betrag geschützt, bis 100.000 Euro pro Anleger und Bank in der EU. Dadurch ist das Risiko, einen Teil des Kapitals zu verlieren, sehr gering. Aufgrund der fixen Laufzeiten und Zinssätze ermöglicht Festgeld eine risikofreie Planung der zukünftigen Erträge.
Flexgeld ist eine flexible und konservative Anlageform, die sich durch eine Kombination aus Sicherheit und Zugänglichkeit auszeichnet. Ähnlich wie bei Tagesgeld ist das angelegte Kapital durch gesetzliche Einlagensicherungsmechanismen bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Anleger und Bank in der EU geschützt, was das Risiko eines Kapitalverlusts stark minimiert. Flexgeld bietet die Möglichkeit, zu variablen Zinssätzen zu investieren, die in der Regel höher sind als bei herkömmlichem Tagesgeld, während gleichzeitig eine gewisse Flexibilität bei der Verfügbarkeit des Geldes besteht. Anleger haben oft die Möglichkeit, ihr Kapital nach einer bestimmten Frist oder innerhalb festgelegter Bedingungen abzuheben, ohne signifikante Zinsen zu verlieren. Diese Eigenschaften machen Flexgeld zu einer interessanten Wahl für risikoaverse Anleger, die sowohl Sicherheit als auch ein gewisses Maß an Liquidität wünschen.